Leitfaden - Teil 2

Mit diesem Aktivo-Leitfaden möchten wir Dir eine kurze Bedienungsanleitung für unseren Aktivo-Tauschkreis an die Hand geben.

Der Leitfaden besteht aus drei Teilen:

- Im ersten Teil werden ganz praktisch die Abläufe rund um den Aktivo beschrieben,

- der zweite Teil erläutert etwas ausführlicher das Konzept des Aktivo-Tauschkreises, und

- der dritte Teil gibt eine kurze Einführung zum Thema Geld, erklärt die Zusammenhänge, auf deren Grundlage der Aktivo in dieser Form entstanden ist. (Teil III ist zur Zeit leider noch nicht verfügbar.)

Teil II

Der Aktivo - Tauschkreis

Version 1.1

vom 25.10.2006

erstellt von Florian Blanz

Inhalt:

1. Entstehungsgeschichte

2. Ziele

3. Architektur des Aktivo

3.1. verschiedene Möglichkeiten

3.2. Der Aktivo

3.2.1 Art der Währung

3.2.2 Umlaufsicherung

3.2.3 Wertmaßstab

4. TeilnehmerInnenkreis

5. „Marktplatz"

6. Preise

6.1. Preisbildung

6.1.1. Gewinn für beide Seiten

6.1.2. Der Wert der Dinge

6.2. Gemischte Preise

6.3. Sonderfall Elternarbeitsstunden

7. Elternarbeitsstunden

8. „Technisches"

8.1. Schuld- und Guthabenbegrenzung

8.2. Umlaufsicherungskonto

8.3. Eurokonto

8.4. Gebühren

8.5. Buchungen, Datenbank, Programm

8.6. Geschäftsführung

9. Sparguthaben

10. Ausscheiden aus dem Aktivotauschkreis

11. Rechtliches, Steuern, Datenschutz

11.1. Aufnahme

11.2. Steuern

11.3. Haftung

11.4. Außengeschäfte

11.5. Datenschutz

11.6. Auflösung des Aktivo-Tauschkreises

 

Der Aktivo - Tauschkreis

1. Entstehungsgeschichte

Im September 2005 traf sich eine Gruppe aus dem Umkreis der ASA (LehrerInnen, Eltern,

Vorstände, SchülerInnen) beim Seminar von Mauricio und Rebecca Wild zum Thema alternatives

Wirtschaften. Mauricios unnachahmliche Art und Weise an grundlegende Dinge des Lebens

heranzugehen war auch dort wieder faszinierend und wirkte ansteckend. Einige von uns hatten sich

schon davor mehr oder weniger intensiv mit diesen Themen befaßt. Auf der Heimfahrt in

Fahrgemeinschaft vibrierte die Idee in der Luft, es nicht bei diesem einen Nachmittag zu belassen,

sondern das Gehörte und Erfahrene mit in unser Alltagsleben zu nehmen.

Der erste Impuls uns zu treffen scheiterte, wie so oft, ganz banal an Terminfindungsschwierigkeiten.

(Wie viele weltumspannende Reformen oder Revolutionen wohl daran schon gescheitert sind? :-) )

Der Zündfunke für das Aktivo-Projekt sprang dann schließlich beim 4-Säulengespräch zum Thema

Visionen im Dezember 2005. Ein Arbeitskreis wurde gegründet, am 5. Januar 2006 fand das erste

Treffen statt, ab da ging alles ganz schnell, gerade so, als wäre die Zeit reif ...

2. Ziele

Am Anfang stellt sich natürlich immer die Frage nach dem Wozu? Was erhoffen wir uns davon?

Ausgehend von den Auswirkungen, die unser „normales" Geld, der Euro, auf unsere Wirtschaft und

unser soziales Gemeinwesen, d.h. unser aller Zusammenleben, hat (dazu mehr in

Ziel, ein „Geld" zu schaffen, dem andere Eigenschaften innewohnen und das damit auch anders auf

uns wirkt als der Euro.

Einige der Ziele die wir mit dem Aktivo verfolgen sind z.B.

• der leichtere und flüssigere Austausch von Fähigkeiten und Gütern, unabhängig von Zins-

Einflüssen,

• ein stabiles Tauschmittel zur Verfügung zu haben, das unabhängig ist von Inflation oder

Deflation und auch von größeren Wirtschafts- und Währungskrisen,

• mehr Freude und Lebensqualität,

• die Förderung von Kommunikation und Vernetzung in unserer Gemeinschaft,

• die Handelbarkeit von Elternarbeitsstunden an der ASA,

• Förderung der Auseinandersetzung mit dem Thema und ein spielerischer Umgang mit dem

Tabu „Geld",

• in „x" Jahren soll es möglich sein innerhalb unseres Systems autark zu leben (x < 10).

Teil III) ist unser

3. Architektur des Aktivo

Es gibt verschiedene Arten und Weisen, wie Alternativwährungen und Tauschringe funktionieren

und jede Konstruktion hat ihre Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt, wenn man ein neues

System startet, immer abhängig von Art und Größe der Zielgruppe und den herrschenden

Rahmenbedingungen. Wichtige Faktoren sind u.a. worin das Tauschmittel besteht, ob und wie eine

Umlaufsicherung eingebaut ist, und schließlich auf welche Weise der Wert des Tauschmittels

festgelegt ist.

3.1. verschiedene Möglichkeiten

Viele Tauschringe benützen als Verrechnungseinheit einfach das Zeitmaß einer Stunde, oder eines

Teiles davon (z.B. ein „Alternativo" = eine ¼ Stunde). Andere verwenden einen Wert, der fest an

das nationale Währungssystem gekoppelt ist (z.B. ein „Alternativo" = ein Euro). Eine weitere

Möglichkeit wäre, die eigene Währung an einen Warenkorb zu binden (z.B. ein „Alternativo" = ein

Kilo Kartoffeln, oder eine Kilowattstunde Solarstrom, oder ein 20 km-Bahnticket, oder auch eine

Mischung von diversen „Werten".)

Eine Währung kann eine Umlaufsicherung eingebaut haben, oder auch nicht. Als Umlaufsicherung

können Zins und Inflation dienen oder eine Geld-Haltegebühr. (Näheres hierzu in

Auch bei der Art des Geldes gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann „Geldscheine" aus

Papier drucken. (Aus ersichtlichen Gründen empfiehlt es sich, diese im Aussehen unserer

Nationalwährung möglichst unähnlich zu gestalten). Man kann mit Gutscheinen handeln, die man

zuerst erwerben muß, und die jederzeit gegen einen konkreten Gegenstand oder gegen eine konkrete

Leistung eingetauscht werden könnten (z.B.

Teil III)Geschenkgutscheine eines Geschäftes oder der

Chiemgauer

Transaktion der/dem einen ein Guthaben und der/dem anderen gleichzeitig eine Schuld ensteht.

Einen sehr schönen Überblick über die gängigen Systeme mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen

habe ich dem Buch

). Oder eine Gruppe gibt sich wechselseitig Kredit: Das bedeutet, daß bei einerDas Geld der Zukunft von Bernard Lietaer entnommen:

3.2. Der Aktivo

3.2.1 Art der Währung

Wir haben uns für einen Tauschring mit wechselseitigem Kredit entschieden. Die Transaktionen

werden mit Schecks vermittelt und diese dann zentral verbucht. Zur Verbuchung nützen wir die

Vorzüge des Computers und des Internets, es wäre aber ebenso möglich, die Buchungen

handschriftlich vorzunehmen.

Der große Vorteil des wechselseitigen Kreditsystems liegt darin, daß immer genau so viel „Geld"

im Umlauf ist, als gerade gebraucht wird. Wenn ich einen Handel abschließe und einen Scheck

ausschreibe, erschaffe ich in gewisser Weise in dem Augenblick das Geld, das für diesen Handel

nötig ist. Die Summe aller Guthaben und aller Schuld ist im Gesamtsystem immer gleich null. Es

gibt also keine Probleme mit Inflation oder Deflation und wir kommen auch nicht in Konflikt mit

den Interessen der Zentralbanken, denn es sind keine Geldscheine im Umlauf, die unabhängig von

der jeweiligen Transaktion Gültigkeit hätten. Und das System ist einfach.

Der Nachteil besteht darin, daß alle Transaktionen zentral erfaßt werden müssen. Das kann viel

Buchungsarbeit bedeuten. (Deshalb die Lösung, daß möglichst viele ihre Buchungen selbstständig

über das Internet vornehmen.). Des weiteren könnte unter gewissen politischen Umständen eine

lückenlose Erfassung von Daten auch zu Machtzwecken mißbraucht werden.

Ein solches System eignet sich vor allem für kleine, unabhängige Gruppen mit sozialem

Zusammenhalt, wo prinzipiell ein großes Maß an Vertrauen herrscht, und weniger für eine

Anwendung im großen Stil, z.B. als Währung für ein ganzes Land, oder auch nur für eine Stadt.

3.2.2 Umlaufsicherung

Ein

Hand zur anderen wandert". Ist dies der Fall, kann dasselbe Geld viele Tauschvorgänge vermitteln

und alle TeilnehmerInnen am Wirtschaftsgeschehen haben einen Vorteil davon. Als Unterstützung

hierfür haben wir eine sogenannte Umlaufsicherung eingebaut, deren Sinn es ist, den Aktivo am

„rollen" zu halten, so daß er nicht als Plus oder Minus am Konto liegen bleibt.

Unsere Umlaufsicherung besteht aus einer Gebühr von 1% pro Monat auf Guthaben, 0,5% pro

Monat auf Schuld, die auf die jeweiligen Kontostände erhoben und einmal pro Monat vom Konto

abgebucht wird. Die Geldhaltegebühr für Guthaben ist höher, weil es erfahrungsgemäß viel mehr

die angehäuften Guthabenbestände sind, die einen Tauschring zum Erliegen bringen, als die

Schuldenstände. Wenn diejenigen, die Geld haben, nichts nachfragen, haben die anderen keine

Möglichkeit ihre Waren und Fähigkeiten zum Einsatz zu bringen und damit ihre Schulden zu tilgen.

Das Ziel ist, daß keine großen Guthaben oder Schulden auf längere Zeit stehen bleiben, sondern daß

jeder einen Anreiz hat, sein Geld im Fluß zu halten. Ideal wäre in diesem Sinne ein Konto, das bei

großen und häufigen Umsätzen immer wieder um die Nulllinie herum schwankt.

Die Umlaufsicherung wird auf das Umlaufsicherungskonto gebucht (siehe unten).

Tauschmittel ist dann „gut", wenn es schnell umläuft, d.h. wenn der „Taler" häufig „von einer

3.2.3 Wertmaßstab

Als Wertmaßstab haben wir die Elternarbeitsstunde an der ASA gewählt. Damit ist der

Wertmaßstab unabhängig vom Euro und für alle Teilnehmenden vom Wert her gefühlsmäßig gut zu

erfassen. Durch die Ankoppelung an eine feste Größe, bleibt unser Tauschmittel im Wert konstant,

unabhäng von inflationären oder deflationären Entwicklungen der Euro-Währung.

15 Aktivo (Å) entsprechen einer Elternarbeitstunde an der ASA, unabhängig davon, welchen Wert

man einer solchen Elternarbeitsstunde jeweils in Euro beimißt.

4. TeilnehmerInnenkreis

Im ersten Jahr möchten wir den Kreis der TeilnehmerInenn auf das Umfeld der Aktiven Schule

begrenzen, um erste Erfahrungen zu sammeln, d.h. die Möglichkeit zur Teilnahme am

Wirtschaftskreis bleibt beschränkt auf:

• Mitglieder von Kiga und Schule (Eltern, Teammitglieder, SchülerInnen der Tertia, Vorstände)

• Mitglieder des Vereins „Aktive Schule Allgäu e.V."

Es sind nur Einzelmitgliedschaften möglich. JedeR TeilnehmerIn wird mit eigenem Konto geführt,

Familienmitgliedschaften sind nicht vorgesehen.

Eine Öffnung auch über das ASA-Umfeld hinaus erscheint uns für die Zukunft wünschenswert. Die

Neuaufnahme von Mitgliedern von außerhalb der ASA bedarf der Zustimmung der Mitglieder.

Generell ist ein Zugang von „Außen" nur über einen Leumund aus den Reihen der Teilnehmer

möglich. Dieser ist dann im Falle von Schwierigkeiten mit dem neuen Mitglied erster

Ansprechpartner und steht in der persönlichen Verantwortung, zur Lösung des Problems

beizutragen.

Die Teilnahme am Aktivo-Tauschkreis ist natürlich absolut freiwillig.

5. „Marktplatz"

Jede Wirtschaftsgemeinschaft braucht ihren Marktplatz, an dem man seine Leistungen und Waren

anbieten kann, über den man schlendern kann, um zu sehen, was es denn alles gibt und an dem man

sich trifft zum Handeln oder auch zum Schwatzen.

Unser „Marktplatz" ist an verschiedene Stellen verteilt. Es gibt ein Schwarzes Brett in der Schule an

dem alle Angebote und Gesuche hängen, ein „Schwarzes Brett" im Internet sowie eine Möglichkeit

zum direkten Austausch beim ASA-Brunch jeweils am letzten Sonntag jedes Monats. (Siehe auch

Teil I

.)

6. Preise

Der Preis einer Ware oder einer Leistung ist grundsätzlich frei verhandelbar!

6.1. Preisbildung

6.1.1. Gewinn für beide Seiten

Idealerweise schlägt, abweichend von den üblichen Geschäftsgewohnheiten, die/der „Nehmende"

den Betrag vor, der ihr/ihm für die angebotene Ware oder Leistung angemessen erscheint. Die/der

„Gebende" nimmt das Angebot an, handelt oder lehnt es ab. Auf diese Art kommt die

Wertschätzung der/des

möglichst unter Wert bekommen zu wollen („Geiz ist geil!"), wird entgegen gewirkt.

Erst wenn in einem Geschäft nicht mehr ausschließlich darum gerungen wird, möglichst viel für

sich persönlich rauszuholen, sondern versucht wird, einen fairen Ausgleich zwischen Geben und

Nehmen zu finden, erst dann wird Wirtschaft menschlich und verliert den negativen Beigeschmack,

der Handel und Geschäft im persönlichen Umfeld leider nur zu oft innewohnt. Dabei sollte eine

Geschäftsbeziehung eigentlich ähnlich freudvoll und befriedigend sein, wie jede andere persönliche

Begegnung es sein kann. Die Voraussetzung hierfür ist, daß eben beide Geschäftspartner nach dem

Handel das Gefühl behalten, einen Gewinn erzielt zu haben.

Nehmenden viel besser zum Ausdruck und der Tendenz, die Dinge

6.1.2. Der Wert der Dinge

Der Wert der Dinge oder auch von Leistungen und Fähigkeiten ist sehr unterschiedlich. Dieser Wert

hängt z.B. davon ab, ob etwas selten oder häufig im Angebot ist, mit welchem Aufwand oder

Materialeinsatz es hergestellt wird, ob es Notwendigkeit oder Luxus bedeutet, usw.

Auch Arbeitsstunde ist nicht gleich Arbeitsstunde, je nach dem, welche Fertigkeiten,

Vorbedingungen oder Verantwortung dahinterstehen. Hierzu eine kleine Anekdote:

Picasso saß eines Tages mit einem Journalisten im Restaurant zu einem Interview

zusammen. Während sie sich unterhielten, kritzelte Picasso gedankenlos mit einem

Stift auf der Papierserviette herum. Als der Jounalist dies bemerkte, rief er aus: „Aber

das ist ja unglaublich! Sie brauchen ja nur ein paar Sekunden um ein Bild zu schaffen,

das sich für viel Geld verkaufen ließe."

„Ja", anwortete Picasso, „nur habe ich für die Erschaffung dieses Bildes nicht ein paar

Sekunden sondern 60 Jahre meines Lebens gebraucht."

Dies ist die Sicht der „Angebotsseite". Aber auch auf der „Nachfrageseite" ist nicht alles

gleichwertig. So hat z.B. für jemanden, der gerade am Dorfbrunnen ein Schwätzchen hält, oder

jemanden der seit Tagen ohne Wasser in der Wüste herum irrt oder jemanden, der gerade im

Bodensee zu ertrinken droht, ein angebotenes Glas Wasser jeweils einen völlig anderen Wert.

Ebenso hat der Preis, den jemand bezahlt, entsprechend dessen Einkünften einen völlig anderen

„Wert". So muß der eine, um sich einen Schrank zu gegebenem Preis kaufen zu können vielleicht

eine Stunde, der andere aber zwei Wochen arbeiten.

In der Wirtschaft bildet sich der Preis letztlich über die Machtverhältnisse: Es werden auf der einen

Seite Monopol- oder Knappheitsgewinne eingestrichen und auf der anderen Schnäppchen

mitgenommen. Die/Der eine freut sich über die Ausschaltung von Konkurrenten (das treibt die

Preise hoch), die/der andere über den Konkurs eines Geschäftes (gibt hohe Rabatte bei der

Geschäftsauflösung). Das einzige, das sich hier nur selten im Preis wiederspiegelt, ist der

persönliche Wert, den sowohl die/der AnbieterIn als auch die/der Nachfragende einer Ware oder

Leistung beimessen.

Nur, wozu ist die Wirtschaft da? Soll sie uns ein gutes Leben ermöglichen oder sind wir dazu da,

der „Wirtschaft" zu dienen? Es ist die Wahl jeder/jedes einzelnen sich die Geschäfts-

Beziehungen

aufzubauen, die dem eigenen Wohlbefinden und der eigenen Lebenserfüllung förderlich sind.

Anders ausgedrückt: Was wollen wir miteinander? Schaffen wir uns doch auch im Bereich der

Arbeit und der Wirtschaft die Bedingungen, um das, was wir wirklich wollen, zu verwirklichen.

6.2. Gemischte Preise

Es sind auch gemischte Preise aus Aktivo und Euro möglich. Ein Euro-Anteil kann notwendig sein,

um Kosten zu decken, die ebenfalls in Euro zu entrichten sind, wie z.B.: Maschinenanschaffung,

Steuern, Löhne, Materialkosten, usw.

Der Aktivo-Anteil wird über den Tauschkreis verbucht, der Euro-Teil direkt in Euro abgerechnet.

6.3. Sonderfall Elternarbeitsstunden

Von der freien Preisbildung ausgenommen sind in der Regel die Elternarbeitsstunden, die

gegenüber der ASA geleistet werden. Diese werden fest mit 15 Aktivo verrechnet. Dies erspart der

ASA das schier unmögliche Unterfangen mit jedem Elternteil jede einzelne Arbeitsleistung jeweils

individuell auszuhandeln.

Für Arbeiten, die die ASA über die normale Elternmitarbeit hinaus vergibt, können gegebenfalls

andere Absprachen getroffen werden.

7. Elternarbeitsstunden

Ab dem Schuljahr 2006/07 ist es möglich Elternarbeitsstunden über Aktivo zu verrechnen. Der

Hauptvorteil besteht darin, daß die Elternarbeitsstunden handelbar werden und daß ein Ausgleich

ermöglicht wird zwischen denen, die im bisherigen System zu viele oder zu wenige Stunden

erbracht haben.

Hierzu wird das Elternarbeitsstunden-Soll von derzeit 32 Stunden pro Elternteil und Jahr

umgewandelt in eine Art Aktivo-„Schulgeld" (Der Kindergartenbeitrag und das Schulgeld in €

bleiben hiervon unberührt). Dieses beträgt bei 32 Std. 480 Aktivo pro Jahr.

Der Aktivo-Betrag wird in monatlichen Raten zu 40 Aktivo von den Konten abgebucht.

Die geleisteten Stunden trägst Du spätestens bis zum Ende des laufenden Monats in die mit

„Aktivo" gekennzeichneten Listen ein. Dort vermerkst Du auch Deine Kontonummer. Ansonsten

bleibt alles gleich. Die eingetragenen Stunden werden Dir dann nach Ende des Monats

gutgeschrieben.

Grundsätzlich bleiben die Kiga- und Schuleltern unabhängig vom Aktivo auch weiterhin im

Rahmen der Elternarbeitszeit für das gute Gelingen der Schule mitverantwortlich. (siehe hierzu

auch

Ob und inwiefern die Elternarbeitsstunden auf Dauer im Aktivo-Tauschkreis bleiben können, hängt

von den Erfahrungen ab, die wir in nächster Zeit damit sammeln werden. Grundsätzlich haben in

diesem Punkt natürlich die Interessen von Kindergarten und Schule Vorrang und der Umgang mit

den Elternarbeitsstunden innerhalb des Aktivokreises wird diesem Tatbestand laufend angepaßt

werden.

Für die ASA-Eltern besteht freie Wahlmöglichkeit, ob ihre Elternarbeitsstunden in den Aktivo-

Tauschkreis mit einbezogen werden sollen oder nicht.

Teil I)

8. „Technisches"

8.1. Schuld- und Guthabenbegrenzung

Ein Schuldbegrenzung erscheint sinnvoll, denn der/die LeistungserbringerIn gibt der/dem

EmpfängerIn erstmal einen Kredit indem sie/er einen Aktivo-Scheck annimmt. Dieser Kredit wird

auf Vertrauen gewährt und ist nicht durch Sicherheiten gedeckt. Damit die/der TeilnehmerIn im

Besitze der Aktivo nun ihrerseits/seinerseits eine Leistung in Anspruch nehmen kann ist sie/er

darauf angewiesen, daß irgendwer auch etwas anbietet. Dieses Angebot würde fehlen, wenn viele

TeilnehmerInnen große Schulden anhäuften.

Es gilt das gleiche auch für die Guthabenseite, denn natürlich hat jemand mit Schulden nur dann

eine Chance seine Schulden zu tilgen, wenn sein Angebot auch von jemandem nachgefragt wird.

Aktivo-Leitfaden II

8 v1.1 (25.10.2006)

- Leitfaden

Richten sich also zu viele TeilnehmerInnen auf ihren Guthabenpolstern gemütlich ein, kommt das

ganze System zum Erliegen.

Deshalb wird die mögliche Schuld, bzw. das mögliche Guthaben, auf 1000 Aktivo begrenzt. Bei

Überschreitung sind keine weiteren Transaktionen in Aktivo mehr möglich und es finden Gespräche

mit der Person zur Lösung der Situation statt. In Ausnahmefällen kann der Rahmen auch verändert

werden. Welcher Betrag sich auf längere Sicht grundsätzlich bewährt werden die Erfahrungen

zeigen.

Bei Schülerkonten wird der Rahmen enger gesteckt.

8.2. Umlaufsicherungskonto

Auf das Umlaufsicherungskonto werden die Umlaufsicherungsgebühren gebucht. Es gehört der

Aktivo-Gemeinschaft und diese entscheidet über die Verwendung, z.B.:

- für Organisation und Betrieb des Wirschaftskreises (z.B. Softwareerstellung und -pflege)

- für Sozialfonds

- für spezielle Ausgaben (Spenden an die Schule, z.B. für zusätzliche LehrerInnenstunden,

Material, …)

8.3. Eurokonto

Es gibt im System ein Eurokonto.

Dieses wird benötigt für:

• Bezahlung von Eurokosten für das System selber (z.B. Internet, Kopierkosten, …)

• möglicherweise für Beihilfen für Hüttenaufenthalte, Ausflüge u.ä.

• Auszahlung eines Aktivo-Guthabens in besonderen Fällen (siehe unten).

Das Konto wird aufgefüllt durch:

• die Möglichkeit negative Aktivo durch Euro begleichen zu können.

• „€-Spenden" (werden in Aktivo gutgeschrieben).

• Nur wenn notwendig: evtl. eine geringe Euro-Gebühr (zur Zeit nicht vorgesehen!)

8.4. Gebühren

Sollte die Umlaufsicherung so gut funktionieren, daß zu wenig davon gezahlt wird um die

Betriebskosten zu decken, ist möglicherweise die Erhebung eines geringen Betrags als Grundgebühr

zur Sicherstellung des Betriebsablaufes notwendig.

Vorerst ist eine Mitgliedergebühr in Euro nicht vorgesehen, möglicherweise aber zu einem späteren

Zeitpunkt zur Kostendeckung notwendig.

8.5. Buchungen, Datenbank, Programm

Alle Buchungen werden in einer Datenbank erfaßt (siehe

und auch alle anderen Kontostände jederzeit einsehen, bzw. sich den Auszug ihres/seines eigenen

Kontos ausdrucken lassen. Die Transparenz gewährleistet den Schutz der Tauschgemeinschaft. Die

Datenbank ist sozusagen das „kollektive Gedächtnis" unserer Wirtschaftsgemeinschaft. Zugang zu

den Daten haben nur die Mitglieder des Wirtschaftskreises, andere Personen erhalten keinen

Einblick in die Konten.

Das Datenbankprogramm wird von den Mitgliedern des Aktivo-Arbeitskreises gepflegt.

Teil I). JedeR kann ihren/seinen eigenen

8.6. Geschäftsführung

Die Geschäftsführung des Aktivo-Tauschkreises liegt in der Anfangsphase beim Aktivo-

Arbeitskreis (= das Gründungsteam). Nach dem ersten Jahr wird in einer TeilnehmerInnenversammlung

über das weitere Vorgehen entschieden.

Alle den Aktivo-Tauschkreis betreffenden Entscheidungen werden in der Anfangsphase vom

geschäftsführenden Arbeitskreis getroffen. Versammlungen des Arbeitskreis können von jedem der

AK-Mitglieder einberufen werden. Entscheidungsberechtigt sind die anwesenden AK-Mitglieder

mit je einer Stimme. Es gilt die einfache Mehrheit der Stimmen (Konsens ist anzustreben).

9. Sparguthaben

Der Aktivo ist als reines Tauschmittel gedacht. Elemente wie die Umlaufsicherung fördern den

Umlauf und „bestrafen" das Halten der Aktivo. Für längerfristiges oder umfangreicheres Sparen

(z.B. auf Hausbau) ist der Aktivo also nicht konzipiert und somit nicht geeignet!

(Evtl. lassen sich später noch weitere Dinge installieren …)

10. Ausscheiden aus dem Aktivo-Tauschkreis

Du kannst jederzeit aus dem Tauschkreis austreten. Dein Konto sowie Deine persönlichen Daten

werden dann umgehend gelöscht, insofern Dein Kontostand Null beträgt.

Ein positives Aktivo-Konto (Guthaben)

Das Guthaben kann innerhalb eines Jahres aufgebraucht werden. Das Konto wird gelöscht und das

Guthaben verfällt, wenn ein Jahr lang keine Kontobewegungen mehr stattgefunden haben (=> zu

Gunsten des Umlaufsicherungskonto).

Die Gemeinschaft schuldet der/dem Aktivo-BesitzerIn Waren und Leistung im Gegenwert des

Aktivo-Guthabens, gemäß den Regeln des Tauschkreises. Es besteht kein Anspruch gegenüber der

Gemeinschaft auf Erstattung eines Aktivo-Guthabens in Euro! (Außer bei Ausschluss einer

Teilnehmerin / eines Teilnehmers durch Beschluss der Aktivo-Tauschkreismitglieder).

Negatives Konto (Schulden)

Hast Du eine Aktivo-Schuld, so bist Du verpflichtet der Gemeinschaft des Tauschkreises gegenüber

Leistungen im entsprechenden Gegenwert zu erbringen. Ansonsten ist der Fehlbetrag in Euro zu

begleichen.

In Ausnahmefällen kann die Schuld auf besonderen Beschluß der Aktivo-Tauschkreis-Mitglieder

durch die Gemeinschaft übernommen werden.

Hinweis:

verkauft werden, wenn man hierfür einen Tauschpartner findet.

Aktivo sind frei handelbar und können somit auch frei zu beliebigem Kurs gegen Euro geoder

11. Rechtliches, Steuern, Datenschutz

Der Aktivo-Tauschkreis wird zum 01.09.2006 auf unbestimmte Zeit gegründet.

Der Aktivo-Tauschkreis ist ein freier Zusammenschluß von mehreren natürlichen oder juristischen

Personen. Der Zweck des Zusammenschlusses ist der Austausch von Waren und Dienstleistungen

auf privater und geschäftlicher Basis.

Für alle Handlungen und Transaktionen gelten die gesetzlichen und steuerlichen Bestimmungen

nationalen und internationalen Rechts.

Der Aktivo-Tauschkreis ist rechtlich und haftungsmäßig absolut unabhängig von der Aktiven

Schule Allgäu und dem Verein „Aktive Schule Allgäu e.V."

11.1. Aufnahme

Zur Aufnahme in den Aktivo-Tauschkreis ist die Unterzeichnung des Anmeldeformulars

Voraussetzung. Hierin erklären sich die TeilnehmerInnen bereit, die festgelegten „Spielregeln"

(maßgeblich hierfür ist der

zum Betrieb des Aktivo-Tauschkreises notwendig sind, bekannt zu geben.

Aktivo-Leitfaden Teil I und II) einzuhalten und persönliche Daten, die

11.2. Steuern

Es gelten die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen. JedeR ist für ihre/seine eigenen

Steuerverpflichtungen verantwortlich.

Als kleine Hilfe zur Orientierung möge das Steuer-Infoblatt im Anhang dienen.

11.3. Haftung

JedeR TeilnehmerIn handelt eigenverantwortlich.

Die Haftung ist für alle TeilnehmerInnen auf die jeweiligen Transaktionswerte, bzw. die jeweiligen

Aktivo-Aktiva und -Passiva begrenzt. Eine weitergehende Haftung, insbesondere mit

Privatvermögen ist ausgeschlossen.

Es besteht kein Haftungsanspruch der Gemeinschaft für die einzelnen TeilnehmerInnen und

umgekehrt.

11.4. Außengeschäfte

Die Aktivo-TeilnehmerInnen können im Namen des Tauschkreises grundsätzlich keine Geschäfte

nach Außen tätigen.

Die wenigen notwendigen Transaktionen nach Außen (Internetprovider, Bankkonto, Einkauf

Büromaterial, ..... ) werden von Mitgliedern des Aktivo-AK privat ausgeführt.

11.5. Datenschutz

JedeR TeilnehmerIn ist bereit persönliche Daten, so weit sie zur Teilnahme notwendig sind, bekannt

zu geben. Die angegebenen Daten werden in elektronischer Form gespeichert und verarbeitet.

Die Daten werden nicht für andere Zwecke, als die des Tauschkreises verwendet, noch werden sie

an Dritte weitergegeben!

JedeR TeilnehmerIn verpflichtet sich, persönliche Daten anderer TeilnehmerInnen vertraulich und

nur innerhalb des Aktivo-Tauschkreises zu dessen Zwecken zu verwenden.

11.6. Auflösung des Aktivo-Tauschkreises

Eine Auflösung des Aktivo-Tauschkreises ist in der Anfangsphase jeder Zeit durch den Aktivo-

Arbeitskreis möglich. Vorhandene Aktiva und Passiva werden dann zeitnah abgerechnet. Es wird

dabei nur auf Aktivo- und Euroguthaben innerhalb der Aktivo-Gruppe zurückgegriffen. Ein

Rückgriff auf privates Vermögen der Arbeitskreismitglieder und der anderen TeilnehmerInnen ist

ausgeschlossen. Restguthaben wird gleichmäßig auf alle TeilnehmerInnen verteilt.


01.11.2006 Leitfaden - Teil 2 Einzelansicht Seite Leitfaden - Teil 2 Druckansicht Seite Leitfaden - Teil 2 als PDF

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